Artikel-Schlagworte: „Terminologiearbeit“

Ein wichtiger Aspekt der Terminologiearbeit ist kontinuierliche Qualitätsverbesserung, die im Zeitalter des Web 2.0 durch eine verstärkte Zusammenarbeit erreicht werden kann: 

„Die Möglichkeiten der Informationsvernetzung […] werden zunehmen.“

(Quelle: http://www.dokumentation-terminologie.de/zukunftsprognose-terminologie.html)

Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, denn erstaunlicherweise werden die vorhandenen Möglichkeiten im Internet bisher nur wenig genutzt: Ausgerechnet die Terminologen, die sich von Berufs wegen mit Daten, Informationen, Wissen und Kommunikation befassen, scheinen einen großen Bogen um neue Medien wie zum Beispiel Blogs zu machen.

Dabei ist Terminologiearbeit eine interdisziplinäre Tätigkeit, die durch den beständigen Dialog und Austausch von Wissen in Blogs wesentlich vereinfacht werden kann. Aus Blogs lassen sich nicht nur Informationen beziehen, sondern durch die zeitnahe Aufbereitung von Informationen und die Möglichkeit der Diskussion Kontakt zur Praxis (und natürlich zu Kollegen!) halten.

Woran liegt es trotz aller Vorteile, dass Social Media im Bereich Terminologie nur schwer angenommen wird? An der deutschen Diskussionskultur, an zu wenig Internetaffinität? Mangelnde Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen und Techniken?

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Terminologiearbeit wird gemäß DIN 2342 als „auf der Terminologielehre aufbauende Erarbeitung, Bearbeitung oder Verarbeitung, Darstellung oder Verbreitung von Terminologie“ definiert.

Tatsächlich ist der Aufwand für systematische Terminologiearbeit sehr hoch: In der Praxis machen terminologische Analyse und die Aufnahme in die Termdatenbank den größten Teil der Terminologiearbeit aus.

Aber wie viele Einträge benötigt eine sinnvolle Terminologiedatenbank?

Und wie viele Einträge kann man pro Tag hinzufügen?

Wir haben bei Donatella Pulitano von der Staatskanzlei des Kantons Bern nachgefragt!

Sie antwortete uns, dass man die Frage, wie viele Term-Einträge ein professioneller Terminologe durchschnittlich pro Tag schafft – wenn man die 4000 – 8000 Einträge betrachtet, die eine Firma im Schnitt in ihrer Termdatenbank benötigt – im Prinzip gar nicht stellen dürfe.

Bei gut definierten Benennungen könne man mit Glück 20 Einträge pro Tag schaffen, aber manchmal sei man zwei Wochen mit der Recherche beschäftigt, ohne die nötige Perfektion zu erreichen – und selbst ein professioneller Terminologe gehorcht schließlich psychologischen oder pekuniären Abbruchkriterien.

Geht es Ihnen auch so? Es sind immer noch zwei verschiedene Paar Schuhe, systematische Terminologiearbeit praktizieren zu wollen – und ein konsequentes Terminologiemanagement auch tatsächlich umzusetzen.

Bis zur Realiserung ist viel Überzeugungsarbeit notwendig, denn obwohl Terminologiearbeit in über zwei Drittel  aller Unternehmen ein Thema ist, so gibt es immer dieselben Motivationshindernisse: Zu teuer, zu zeitaufwendig, lohnt sich nicht.

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